09.02.2007 | 12:41
Mallorca: Lieblingsinsel unter Druck
Studenten des Studiengangs Internationales Tourismusmanagement untersuchen Image der Baleareninsel // „Laboratorium“ Mallorca – für alle etwas
Bad Honnef, 9. Februar 2007 – „Mallorca ist nicht zu fassen“, bringt Professor Helmut Wachowiak Faszination und Gefährdung der Mittelmeerinsel auf den Punkt, „zwischen Ballermann und Kultur, zwischen Massen- und Individualtourismus“. 2.000 Menschen aus ganz Nordrhein Westfalen haben die Studenten des Bachelor-Studiengangs Internationales Tourismusmanagement an der Internationalen Fachhochschule Bad Honnef Bonn Ende letzten Jahres speziell zum Image Mallorcas befragt: Was macht die Insel aus? Welche Assoziationen überwiegen zwischen El Arenal und Mandelblüte? Heraus kam u.a.:
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Die Insel ist unabhängig von demografischen Faktoren, fasziniert aufgrund ihrer Vielfalt Jung und Alt, Frauen und Männer gleichermaßen
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Kultur und Landschaft rücken mehr und mehr ins Bild
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Strandurlaub und Naturerlebnis stehen gleichberechtigt neben Ballermann und Party
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Die „Mallorcaliebe“ der Deutschen bleibt nach wie vor hoch: Jeder dritte Befragte gab an, wahrscheinlich oder sehr wahrscheinlich innerhalb der nächsten drei Jahre nach Mallorca reisen zu wollen.
Kompetenzzentrum Bad Honnef
Die Image-Studie ist Teil einer groß angelegten und repräsentativen Langzeit-Untersuchung, die Helmut Wachowiak zusammen mit seinen Studenten bis 2008 durchführt. Bereits mehr als 12.000 Deutsche wurden in den letzten zwei Jahren von den Bad Honnefer Tourismus-Experten interviewt – auf Flügen von und nach Palma, in Hotels oder online. Damit, so der 39-Jährige, der auch zu den Gründungsprofessoren der im Jahr 2000 eröffneten Fachhochschule zählt, verfüge man bereits heute über die „umfassendste Datenbank zum Thema deutsche Urlauber auf Mallorca“ .
Im Trend: Mediterranisierung, Entschleunigung
Mit 3,7 Millionen deutschen Urlaubern allein in 2006 liegt Mallorca nach wie vor ganz vorn in der Gunst der deutschen Urlauber. In Zeiten von 24-Sunden-Erreichbar- und Verfügbarkeit sei das Bedürfnis nach „Mediterranisierung“ und Entschleunigung“ und somit die Sehnsucht nach dem Süden groß. „Spanien ist zudem ein sicheres Urlaubsprodukt“, erklärt Helmut Wachowiak die ungebrochene Sympathie für die größte der Baleareninsel, „jeder kennt Mallorca, die Erfahrungen sind Allgemeingut“. Keine Fernreise komme da mit.
Immer schneller, immer mehr Angebote
Doch das, gibt der Experte zu bedenken, ist keine Garantie auf ewig: „Mallorca ist ein Laboratorium“, so Helmut Wachowiak, „es gibt auf der Insel alle Formen des Tourismus“ und genau darin liege die Gefahr: Zwischen All Inclusive und Luxus-Golf- oder Wellness-Angeboten biete die Insel eben alles, nur „kein eigenes Profil“: „Mallorca ist eine der wenigen Destinationen für alle“, so Wachowiak. Diese Strategie sei momentan sehr erfolgreich – auf Dauer allerdings fehle „Authentizität“. Konsumentenprofile stehen stattdessen im Mittelpunkt: „Mallorca passt für alle, für Sonnenanbeter und Sportbegeisterte, für Party- und Kulturfans und demnächst auch für China“, jede Zielgruppe fordert spezielle und immer wieder neue Arrangements und Angebote. Allein knapp 20 Golfplätze gibt es auf der Insel. „Das funktioniert auf Dauer nicht“, befürchtet Wachowiak.
Zum Abdruck frei. Belegexemplar erbeten.
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